|
 Geburt
|
|
Endlich ist es so weit, der Tag der Entbindung steht unmittelbar vor Ihnen. Keine Geburt gleich der anderen, jede ist für sich individuell. Es ist ein einzigartiges Erlebnis, dass jede Frau anders erfährt. Erleben Sie, wie überwältigend und unvergesslich die Geburt Ihres Babys sein wird. Trotz körperlicher und seelischer Grenzerfahrung wird dieses einmalige Erlebnis das wohl Schönste in Ihrem Leben werden.
Geburtsmethoden Geburtsphasen Wehen/Wehenförderung Schmerzlinderung Vorzeitiger Blasensprung Dammschnitt /-riss
Geburtsmethoden Für welche Methode Sie sich entscheiden hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen und vom Verlauf der Geburt ab. Wenn möglich, entscheiden Sie spontan; je nach Empfinden. Ihre Hebamme wird Ihnen bei Ihrer Entscheidung behilflich sein.
|
Methode
|
Beschreibung
|
Vorteile / empfehlenswert bei
|
Das ist zu beachten
|
|
Wassergeburt
|
Die Entbindung findet in einer großen Badewanne im 37° warmen Wasser statt. Das Baby wird über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt, bis es aus dem Wasser genommen wird.
|
- warmes Wasser lindert die Geburtsschmerzen, wirkt entspannend - Schmerzmittel seltener verabreicht - seltener Dammverletzungen - oft kürzere Entbindungsdauer
|
Vorsicht bei Kreislaufproblemen! - Alles muss problemlos ablaufen. - Wasserdichte CTG- Überwachung muss möglich sein.
|
|
Spontangeburt Aufrechte Gebärhaltung
|
Die Frau sitzt auf dem Gebärhocker oder Gebärstuhl, steht im Geburtsrad oder am Geburtsseil, kniet oder hockt.
|
- Gewicht des Babys drückt unterstützend nach unten, hilft somit beim Öffnen des Muttermundes und Weiten des Geburtskanals - also schnellere Geburt - weniger Schmerzen - Nachgeburt wird schneller geboren
|
|
|
Spontangeburt Liegende Gebärhaltung
|
Die Frau liegt auf dem Rücken auf dem Geburtsbett
|
|
|
|
Kaiserschnitt
|
Hierbei handelt es sich um eine Operation, wobei der Bauch und die Gebärmutter aufgeschnitten werden, um das Baby herauszunehmen. Der Schnitt ist ca. 10-15 cm lang und wird am Ansatz der Schamhaare vorgenommen, so dass er später kaum noch erkennbar ist.
|
ratsam bei: - großem Kopf des Babys gegenüber schmalem Becken der Mutter - vorzeitigem Ablösen des Mutterkuchens - versperrtem Muttermund durch den Mutterkuchen - Schwangerschaftsvergiftung (EPH-Gestose) - Drillinge oder mehr - Querlage des Kindes - evtl. Beckenendlage des Kindes (fallbedingt) - unreifem Kind (Frühgeburt) - Herzerkrankung von Mutter oder Kind - Herpes-genitalis-Infektion - HIV-Infektion - Problemen mit dem Mutterkuchen
|
Es besteht ein 4- bis 12 fach höheres Sterberisiko der Mutter gegenüber einer Spontangeburt.
Die Mutter kommt nach der Geburt langsamer auf die Beine als bei einer Spontangeburt.
Im Fall einer erneuten Schwangerschaft ist das Risiko einer Fehlgeburt sowie eines weiteren Kaiserschnitts erhöht.
Einige Babys leiden an Atemanpassungsstörungen
|
|
Notkaiserschnitt
|
Kommt es während der Entbindung zu einer lebensgefährlichen Situation für Mutter oder Kind, wird ein Notkaiserschnitt vorgenommen.
|
ratsam bei: - großem Kopf des Babys gegenüber schmalem Becken der Mutter - Geburtsstillstand oder zu langsamen Geburtsfortschritt - Nabelschnurvorfall - starken Blutungen während der Geburt
|
- alles muss schnell gehen - Vater des Kindes kann oft nicht dabei sein
|
|
Vaginal-operative Geburt per Saugglocke
|
Der Kopf des Babys wird über eine 5-6 cm lange Silikon- oder Metallglocke durch Unterdurck angesaugt. Das Kind wird durch Zug an der Glocke aus dem Mutterleib geboren.
|
ratsam bei: - falsch eingestelltem Köpfchen - engem Beckenausgang - schwächer werdender Mutter - Zustandsverschlechterung des Babys
|
Oft bildet sich durch das Vakuum am Hinterkopf des Babys eine kreisförmige Geschwulst, die sich innerhalb der ersten Tage nach der Geburt zurückbildet.
In den meisten Fällen muss ein Dammschnitt vorgenommen werden.
|
|
Vaginal-operative Geburt per Zange
|
Die Zange wird in den Geburtskanal eingeführt und an den Kopf des Kindes angelegt.
|
- schonender für das Baby als die Geburt per Saugglocke
ratsam bei: - falsch eingestelltem Köpfchen - engem Beckenausgang - schwächer werdender Mutter - Zustandsverschlechterung des Babys
|
In den meisten Fällen muss ein Dammschnitt vorgenommen werden.
Beckenboden der Mutter wird oft in Mitleidenschaft gezogen.
|
|
Kristellern
|
Die Hebamme drückt während der Pressphase auf den Bauch der Gebärenden und schiebt das Baby somit zum Beckenausgang.
|
- erspart eine vaginal-operative Geburt - weniger Dammschnitte
|
|
|
Geburtsphasen
Die Hauptauslöser für den Beginn einer Geburt sind Hormone, die das Ungeborene ausschüttet und die Wehen setzen ein. Also gibt das Startsignal für die Entbindung eindeutig das Baby. 1. Eröffnungsphase - regelmäßige, stärker werdende Wehen (etwa alle 5 Minuten) mit immer kürzer werdenden Abständen - allmähliches Öffnen des Muttermundes - Dauer: durchschnittlich 6-12 Stunden
2. Übergangsphase - Umstellung von Muttermundöffnung zum Hinausschieben des Babys - Druck auf den Enddarm durch das Köpfchen - emotionsgeladene Phase, enormer physischer und psychischer Druck auf die Frau
3. Austreibungsphase - Muttermund ca. 10 cm offen - regelmäßige Wehen mit 2 Minuten Abstand oder weniger - mit jeder starken Wehe (Presswehe) schreitet die Geburt voran - Baby wird geboren
4. Nachgeburtsphase - Gebärmutter zieht sich zusammen - Mutterkuchen (Plazenta) löst sich von der Gebärmutterwand - Dauer: max. 1 Stunde
Wehen und Wehenförderung
Die Gebärmutter kann sich unter mehr oder weniger Schmerzen zusammenziehen. Diese Kontraktionen sind für ein schnelles Vorschreiten der Geburt wichtig, da sie helfen, das Baby durch den engen Geburtskanal zu pressen. Schwangerschaftswehen - meist schmerzlos, führen nicht zur Öffnung des Muttermundes Vorzeitige Wehen - unregelmäßige, unrhythmische Eröffnungswehen vor dem Geburtstermin Senkwehen - ab der 36. SSW, leicht schmerzhaft, bringt / senkt das Kind in den Beckeneingang Vorwehen - gegen Ende der Schwangerschaft, kein typischer Rhythmus und Schmerz - keine Erweiterung der Geburtswege, Baby sinkt tiefer ins Becken Eröffnungswehen - rhythmisch und schmerzhaft - führen zur Öffnung des Muttermundes - Dauer: je Wehe 30-90 Sekunden, Abstand: 3-10 Minuten Geburts-/ Presswehen - Herauspressen des Kopfes - Abstand: 3-10 Minuten Nachgeburtswehen - rhythmisch - nach der Geburt, Mutterkuchen löst sich - Abstand: 2-3 Minuten Nachwehen - im Wochenbett, tragen zur Rückbildung des Uterus bei
Wenn der Geburtstermin etwa 10 Tage überschritten ist, das Fruchtwasser sich verfärbt oder es während der Geburt zu einer Wehenschwäche oder einem Wehenstillstand kommt, werden Wehen angeregt oder verstärkt. Dazu können Sie sich - situationsbedingt - medikamentöser oder natürlicher Methoden bedienen. Medikamentöse Wehenförderung - als Tablette, Gel, Zäpfchen oder Tropf Natürlicher Wehencocktail - Manipulation der Brustwarzen, regelmäßige Entleerung der Harnblase und des Darms (volle Blase oder Darm wirken wehenbremsend), Wechsel zwischen Bewegung und Erholung im halbstündigen Takt oder Mixgetränke aus Rizinusöl mit Kräutern
Schmerzlinderung
Es gibt eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Geburtsschmerzen der Frau zu lindern. Dabei werden zunehmend nebenwirkungsfreie und sanfte Methoden angeboten, wie z. B. Massagen, Bäder, Atemübungen, homöopathische Arzneistoffe, Akupunktur, Hypnose oder autogenes Training. Neben diesen natürlichen Methoden zur Schmerzlinderung gibt es auch verschiedene medikamentöse Schmerzbehandlungen, die auf Wunsch der Frau eingesetzt werden, wie z. B. Beruhigungsmittel, Schmerzmittel, lokale Anästhetika, Narkose, Periduralanästhesie (PDA- blockiert die Reizleitung der Rückenmarksnerven, untere Körperhälfe schmerzunempfindlich) oder Pudendusblock (Blockade des Pudendusnervs - lindert und betäubt die Schmerzen in der Vulva-Damm-Region)
Vorzeitiger Blasensprung
Beim vorzeitigen Blasensprung geht Fruchtwasser tröpfchenweise oder schwallartig ab, bevor die Eröffnungswehen einsetzen. Ein Auslöser dafür kann eine vaginale Infektion sein (verstärkter Ausfluss, Jucken, Brennen); achten Sie darauf. Etwa 20 % aller Entbindungen werden so eingeläutet. Innerhalb der nächsten 48 Stunden sollte das Kind geboren werden, da das Infektionsrisiko steigt. Fließen größere Mengen Fruchtwasser ab, hat das Köpfchen sich noch nicht vor den Muttermund geschoben und somit abgedichtet. Um ein Ausschwemmen der Nabelschnur zu vermeiden, sollten Sie liegend in die Klinik transportiert werden.
Dammriss / Dammschnitt
Das Thema “Dammschnitt” ist sehr umstritten. In vielen Kliniken wird heute noch vorsorglich ein Dammschnitt vorgenommen, um ein unkontrolliertes Reißen des Dammgewebes zu vermeiden. Jedoch konnte durch Studien belegt werden, dass der Beckenboden durch einen Schnitt nicht geschützt oder verbessert wird. Der Heilungsprozess ist bei einem kleinen Riss gegenüber einem Schnitt wesentlich unproblematischer. Wobei ein großer Riss medizinisch schlechter versorgt werden kann, als ein Schnitt. Etwa bei der Hälfte aller Gebärenden durch eine Spontangeburt kommt es zu kleinen Verletzungen am Geburtskanal. Ob das Dammgewebe während der Geburt reißt oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Durch regelmäßige Dammmassagen vor dem Geburtstermin, die Geduld der Geburtshelfer, gute Anleitung während der Entbindung, und die Anwendung der Dammschutztechnik kann eine Dammverletzung in Grenzen gehalten oder verhindert werden. Ein Dammschnitt muss in der Regel nach der Entbindung genäht werden. Ein Dammriss oder Dammschnitt ist unter der geburtlichen Anstrengung kaum zu spüren.
Ein Dammschnitt ist ratsam bei: - Beckenendlage - einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Kindes, was eine Beschleunigung der Geburt erfordert - einer vaginal-operativen Entbindung - verfrühten Entbindungen - einem Damm der zum Geburtshindernis führen kann
|